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Schloss Seifersdorf Denkmalgerechte Sanierung

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Das Seifersdorfer Schloss blickt auf eine lange Baugeschichte zurück. Es wurde zwischen 1530 und 1535 als Renaissance-Schloss erbaut. Die heu-tige Form wurde durch den Umbau unter Carl von Brühl von 1818 bis 1822 geprägt. Es gilt als das erste neogo-tische Schloss Sachsens, in dessen Gestaltung Entwürfe von Karl Fried-rich Schinkel einflossen sind.

 

Es entstand ein U-förmiger Grundriss mit einem dreiseitig umschlossenen Ehrenhof an der Ostseite, der hinter einer mit Zinnen bekrönten Tormauer durch eine steinerne Brücke mit dem im englischen Stil gestalteten Schlosspark verbunden ist. Die West- und Südseite orientieren sich gestal-terisch an den englischen Landsitzen des 19. Jahrhunderts mit Turm, Balko-nen, Terrassenzugängen und halbbo-genförmiger Auffahrt. Mit dieser architektonischen Besonderheit war das Gebäude bis 1945 Familiensitz dieses Zweiges der Familie von Brühl.

 

Nach 1945 wurde das Schloss als KPD-Parteischule, Schule, Gemeinde, Schwesternstation, Wohnungen und Kindergarten genutzt. Seit 1994 ist die Gemeinde Wachau Eigentümerin. 2010 wurde der Festsaal im Erdge-

schoss saniert und wird seitdem für Familien- und Firmenfeiern sowie für repräsentative Veranstaltungen der Gemeinde genutzt.

 

Das Schloss Seifersdorf soll nunmehr einer umfangreichen Nutzung durch die Öffentlichkeit zugeführt werden. Dabei soll es zu einer deutlichen Angebotserweiterung im kulturellen und touristischen Bereich kommen.

 

Ziel und Inhalt des Projektes ist die Nutzbarmachung und Sanierung des Seifersdorfer Schlosses als Erlebnis-schloss mit einem interaktiven Muse-um für Jung und Alt, sowie die Ein-richtung eines Besucherzentrums im Schlosseingangsbereich mit einem Tourismusbüro für die Seifersdorfer Talregion.

 

Das Besucherzentrum befindet sich im Erdgeschoss in Verbindung mit einem Lesecafe und einem Mehr-zweckraum. Das Museum mit Dauer- und Sonderausstellung wird im ersten Obergeschoss, in den ehemaligen herrschaftlichen Wohn- und Arbeits-räumen untergebracht und ermög-licht einen Rundgang durch die drei Gebäudeflügel.

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Auftraggeber
Gemeinde Wachau
Leistung IPROconsult

ProjektsteuerungStufen 1 - 5

Leistungen Heidelmann & Klingebiel

Architektur                              LP 1 - 9
Bauüberwachung

Projektsteuerung

Martin Fink
Architektur
Sven Klingebiel
Susann Barsch
Birgit Munser
Bauüberwachung
Cathrin Schultze
Ingo Jeschke 

Planungszeitraum

2022 - 2026
Fertigstellung
03.2027

Baukosten brutto

KG 200 - 700             6,80 Mio. EUR
KG 300                        2,88 Mio. EUR
KG 400                        1,92 Mio. EUR
KG 300 + 400           4,80 Mio. EUR 


Schloss SeifersdorfDenkmalgerechte Sanierung

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Notwendig für die Wiedernutzbar-machung waren bauliche Grundsanie-rungen am gesamten Gebäude, die unter Berücksichtigung der hohen Denkmalschutzanforderungen in zwei Bauabschnitten realisiert wurden. Zu-nächst wurde der Dachstuhl des Nordflügels ertüchtigt und neu einge-deckt. Im zweiten Bauabschnitt folg-ten die Dachsanierung von Mittelbau und Südflügel sowie der gesamten Fassade, der Anbau des notwendigen Aufzuges im Innenhof für die bar-rierefreie Erschließung sowie die um-fangreichen Maßnahmen im Gebäude-inneren.  

 

Die Außenhülle erhielt neue Fenster, die in der Museumsetage im Oberge-schoss hohe Sicherheitsstandards er-füllen müssen. Das neogotische Maß-werk der Fenster konnte fast durch-gängig als prägendes Gestaltungsele-ment an den Hauptfassaden und in den öffentlich zugängigen Räumen realisiert werden. Einige Fenster im Innenhof, an der Ost- und Nordseite sind wegen der Fassadengestaltung illusionistisch aufgemalt worden. Die Außentüren wurden nach Befund er-neuert oder aufgearbeitet.

 

Im Innenhof wurde in Abstimmung mit den Denkmalbehörden ein Aufzugs-schacht in der Gebäudeecke Mittel-bau/Nordflügel errichtet, der die bar-

rierefreie Erschließung der Museums-etage ermöglicht und die höhenver-setzten Etagen von Mittelbau und Nordflügel über Eck verbindet.

 

Ein zweiter Fluchtweg wurde durch die Integration eines neuen Treppen-hauses im Nordflügel geschaffen, als ein wesentlicher Bestandteil der not-wendigen brandschutztechnischen Ertüchtigung des Schlosses vom Keller bis zum Dach.

 

Den Planungen waren umfangreiche, restauratorische Untersuchungen vor-ausgegangen, die wertvolle Befunde im Schloss ans Licht brachten. Diese zu erhalten und in Abstimmung mit den Denkmalbehörden und in Über-einstimmung mit dem Nutzungskon-zept angemessen zu integrieren und zu präsentieren, war ein Hauptanlie-gen der Gebäudesanierung.

 

Eine große Herausforderung stellte die Erneuerung der gesamten Haus-technik, der Heizungsanlage und der Sanitäreinrichtungen in den Etagen unter Berücksichtigung der unter-schiedlichsten Anforderungen an die genutzten Räume z.B. hinsichtlich der Raumtemperatur, der Belichtung und der Sicherheit dar. Alle Medien muss-ten unter beengten Platzverhältnissen verlegt und teilweise verkleidet wer-den. 

Sanierungsmaßnahmen

  • Ertüchtigung Dachtragwerk, Neu-eindeckung der Dachflächen inkl. Erneuerung der Dachentwässerung
  • Wiederherstellen und Ergänzen prägender Architekturelemente (Gauben, Zinnen und Schornsteine)
  • Fassadensanierung mit illusionis-tischer Malerei der Fenster, Wieder-herstellen von Fensteröffnungen
  • Integration artenschutzrechtlicher Maßnahmen (Fledermausquartiere und Nistplätze)
  • Erneuerung der Fenster und Außentüren, Aufarbeitung der Eingangstore
  • Erneuerung der Außentreppe zur Südterrasse
  • Barrierefreie Erschließung, Angliederung Aufzug
  • Änderungen in der Grundrissor-ganisation
  • Umsetzung eines Flucht- und Rettungswegsystems mit neuem Treppenhaus und brandschutz-technische Ertüchtigung von Bauteilen
  • Umsetzung eines Sicherheitskon-zeptes für die Museumsetage
  • Restaurierung von wertvollen Innenwandoberflächen und Stuckelementen
  • Hausschwammsanierung
  • Komplette Erneuerung der Haus-technik
  • Integration Trockensteigleitung für die Brandbekämpfung