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Neubau Wohn- und Arbeitsquartier, Gewerbe-gebiet Fischbeker Reethen, HamburgErschließungsplanung

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Visualisierung Gewinnerentwurf: KCAP Architects&Planners, Rotterdam zusammen mit Kunst+Herbert l Büro für Forschung und Hausbau, Hamburg

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Moorgürtel ent-wickelt die IBA Hamburg in den nächsten Jahren ein neues Wohn- und Arbeitsquartier mit Gewerbege-biet. Die Fischbeker Reethen im Südwesten der Hansestadt sollen ein lebendiges, urbanes und grünes Quartier werden, in dem natur-verbundenes Wohnen und innovative Arbeitswelten nebeneinander mög-lich sind. Die Nähe zur S-Bahn Fischbek und verschiedene Angebote für das tägliche Leben sollen dazu beitragen, dass das rund 70 Hektar große Quartier als „walkable City“ mit reduziertem Autoverkehr erschlossen werden und damit ein gutes Netzwerk für Radfahrer und Fußgänger bieten kann. Bei der Gebietsentwicklung stehen Wohn- und Gewerbenutzung-en in etwa gleichwertig nebenein-ander. Nördlich sehen die Pläne eine „Gründerstraße“ vor, an der entlang neue Mischformen von Gewerbe und Wohnen möglich werden. Für die Gewerbeflächen entlang der Bahn-linie sind u. a. wissens- und forschungsintensives Gewerbe sowie Handwerk vorgesehen. Insgesamt entstehen in den Fischbeker Reet-hen rund 2.300 neue Wohneinheiten 

in unterschiedlichen Typologien. Rund die Hälfte aller Wohneinheiten soll öffentlich gefördert bzw. im preisge-dämpften Mietwohnungsbau entste-hen. Zusätzlich sind auch soziale Einrichtungen wie Kindertagesstät-ten, eine Schule und ein Sportplatz geplant. Die IPROconsult ist mit der Planung und Bauüberwachung der Verkehrsanlagen und der Oberfläch-enentwässerung beauftragt worden.

Das Gebiet befindet sich in einer Wasserschutzzone. Es liegt ein hoher Grundwasserstand vor. Der Baugrund ist bis auf Torfbereiche versicker-ungsfähig. Es soll, wo möglich, versickert werden. Vor diesem Hinter-grund entsteht ein komplexes Zwangspunktszenario, welches ins-besondere bei der Festlegung von Höhenlagen der Straßen und Wege, der Entwässerungseinrichtung sowie

Visualisierung (relais): Versickerungsmulde
Divider
Auftraggeber
IBA Hamburg GmbH
Leistungen

Verkehrsanlagen                  LP 2 - 9
Ingenieurbauwerke             LP 2 - 9
(Entwässerung)
Ingenieurbauwerke             LP 1 - 9
(Brücken)
Tragwerksplanung               LP 1 - 6
Leitungskoordinierung
2D-Überflutungsnachweis
Bodenmanagement
Geländemodellierung
Gestattungsmanagement
Aufgrabescheine
Örtliche Bauüberwachung

Projektleitung, alle Gewerke

Martin Steenbuck

Verkehrsanlagen

Tadeus Kalinowski
Andreas Lieberum
Ingenieurbauwerke
Philipp Schmidt
Matthias Lehnhardt
Dr. Imad al Diban
Judith Zavesky
Bauüberwachung
Marcel Herrmann

Planungszeitraum

2019 - 2026
Fertigstellung
2025 - 2031 Hochbaureife
2029 - 2032 Endausbau

Baukosten netto

ca. 29,6 Mio. EUR


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Baugebiete viele Abhängigkeiten zeigt.

 

Die Oberflächenentwässerung wurde zudem derart konzipiert, dass sie nahezu ohne Regenentwässerungs-leitungen auskommt und fast aus-schließlich oberflächennah entwäs-sert (Versickerungsmulden, Ableit- und Retentionsgräben, Kastenrinnen). Alle Abflüsse werden, wenn sie nicht versickert werden, über zu planende Reinigungs- und Drosselbauwerke in die Vorfluter geleitet. Neben dem schon existierenden und in das Ge-samtkonzept eingebundenen Fließge-wässer Rethenbek wird das Gebiet vom geplanten sogenannten Grün-Blauen Band durchzogen. Das Grün-Blaue Band übernimmt neben der wichtigen gestalterischen Funktion auch Entwässerungsfunktionen für die angrenzenden Baugebiete.

Im Zentrum des Gebietes wird ein Teich angelegt, der zum einen eine gestalterische Funktionen hat und zum anderen der Rückhaltung von Regenwasser dient.

 

Insgesamt sind rund 4.500  m Straßen samt Nebenanlagen einschließlich aller baulichen Zwischenzustände zu planen. In den Nebenanlagen liegen Gehwege, Radwege, Parkplätze für Pkw, Lkw und Behinderte sowie Fahr-radparkplätze einschließlich Lasten-fahrräder. Hierzu erfolgte die Um-setzung des Mobilitätskonzeptes, welches auch Car-Sharing, E-Lade-punkte und weitere Sonderflächen vorgibt. In der Gründerstraße ist eine Quartiersgarage mit 300 Parkplätzen vorgesehen, deren Erschließung Pla-nungsbestandteil ist. Zudem werden auch selbständig geführte Geh- und Radwege geplant. Bei den Verkehrs-

Visualisierung (relais): Spielanlage
Visualisierung (relais): Quartiersmitte
Wettbewerbsentwurf (relais) Landschaftsarchitekten Heck Mommsenb Part GmbH

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anlagen handelt es sich um Misch-verkehrsflächen, kleine Wohngebiets-straßen, verkehrsberuhigte Bereiche mit Einengungen und Querungsstel-len, aber auch Gewerbeerschlie-ßungsstraßen mit einer Breite von 6,50 m. Zudem sind zwei Buslinien mit Haltestellen sowie fünf Auslieger-plätze, die optional mit E-Ladetechnik ausgestattet werden, zu berücksich-tigen. Die Anbindung des Gebietes an das öffentliche Straßennetz erfolgt über zu planende vierarmige Knoten-punkte an der B 73 (vierstreifig). Diese wird zu diesem Zweck ausgebaut und mit neu geplanten Lichtsignalanlagen ausgestattet. Das gesamte Gebiet erhält eine Beleuchtung deren Po-sitionierung zu planen ist. Zur Anbin-dung des Erschließungsgebietes wird zusätzlich eine Radwegverbindung zur S-Bahnhaltestelle Fischbek ein-schließlich einer Fahrradabstellanlage (B+R-Anlage) geplant.

 

Im Planungsgebiet sind geschützte Biotopbereiche zu beachten. Wegen des Vogelschutzgebietes im angren-zenden Moorgürtel wird ein soge-nannter Vogelschutzgraben geplant, der streunende Katzen zurückhält.

Für das gesamte Gebiet wird ein Überflutungsnachweis erstellt. Im Rahmen dieser Planung sind die Er-gebnisse der Starkregenanalyse so-wie die hohen, außerhalb des Pla-nungsbereiches anfallenden, Gebiets-zuflüsse der Rethenbek zu berück-sichtigen. Hierzu ist der Querschnitt der Rethenbek als Doppeltrapezprofil auszubilden und entsprechend große Durchlässe vorzusehen. Dabei sind möglichst viele Bäume zu erhalten und die Gewässerführung entsprech-end anzupassen. Zum Anschluss des Schmutzwassernetzes an das öffent-liche Netz wird die angrenzende Bahnlinie durchörtert. Zudem sind Bahndurchlässe zu sanieren und neu herzustellen. Im Bereich der Fahr-radabstellanlage sind Bahnanlagen anzupassen. Hierzu wird ein direkter Zugang auf den Bahnsteig nördlich als Bauwerk hergestellt und zudem eine Treppenanlage in die vorhandene Trog-Unterführung. Die Planung er-folgt durch IPROconsult.

 

Im Gebiet sind zwei CEF-Maßnahmen geplant, die überplante Gebiete er-setzen, die beispielsweise für Fleder-mäuse wichtig sind. Dies ist in Ver-

bindung mit den erforderlichen Auf-schüttungen und den von IPROconsult zu koordinierenden Leitungsverle-gungen im Bauablauf zu berücksich-tigen. Die Genehmigung erfolgte über den B-Plan, das von IPROconsult durchgeführte Verschickungsverfah-ren und über die wasserrechtliche Ausbaugenehmigung sowie die was-serrechtlichen Erlaubnisse zur Abfüh-rung von Fahrbahnwasser und zur Versickerung.

Lageplanauszug
Lageplanauszug
3D-Animation des Gesamtgebietes u.a. für Überflutungsnachweis (IPROconsult)
3D-Animation Verkehrsanlagen (IPROconsult)

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In Teilbereichen sind vorhandene Torf-schichten zu beachten. Zum einen aus Gründen der Tragfähigkeit, zum ande-ren im Hinblick auf die Versickerungs-fähigkeit. Entsprechend sind einige der Entwässerungsanlagen gegen Auftrieb zu sichern. Dies gilt auch für den zen-tral gelegenen Teich. Der abgedichtete Teich wird nach FLL-Richtlinie geplant, erhält einen Vorfilter und Schilfffilter mit Feinrechen in den Zwischendäm-men sowie mit Pumpwerk für eine Wasserumwälzung.

 

Die Randbereiche werden auf der Nordseite in enger Abstimmung mit der Freianlagenplanung konzipiert.

 

Für alle Entwässerungsmaßnahmen wurden Wartungsunterlagen aufge-stellt.

Querschnitt Teichanlage