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Erschließung weiterer Gewerbeflächen im Innovationspark WuhlheideÖkologische Baubegleitung

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Auftraggeber
Bezirksamt Berlin Treptow-Köpenick
Leistung

Ökologische Baubegleitung

Projektbearbeitung

Vicky Lange

Bearbeitungszeitraum

06.2022 - 02.2024

Honorar netto

12.000 EUR

Das Bezirksamt Treptow‑Köpenick Berlin plante im Rahmen des Projekts „Erschließung weiterer Gewerbeflä-chen im Innovationspark Wuhlheide“ den Ausbau des Areals zu einem Technologiestandort. Hierfür waren der Rückbau mehrerer Gebäude, die Entfernung von Wellblechfassaden, Entsiegelungsmaßnahmen sowie Ge-hölzrodungen erforderlich. Aufgrund möglicher Betroffenheiten streng ge-schützter Arten, insbesondere von Fledermäusen und Brutvögeln, wur-den artenschutzrechtliche Prüfungen durchgeführt. Zur Sicherstellung der fachgerechten Umsetzung der daraus abgeleiteten Schutz‑, Vermeidungs‑ und Kompensationsmaßnahmen wur-de die Durchführung einer Ökologi-schen Baubegleitung gefordert und durch die IPROconsult GmbH über-nommen.

 

Ökologische Baubegleitung (ÖBB)

Die Ökologische Baubegleitung wurde über die gesamte Bauzeit durchge-führt. Ziel war es, die Einhaltung na-tur‑ und artenschutzrechtlichen Vor-gaben während der Bauausführung sicherzustellen, potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen und Verbots-

tatbestände nach § 44 BNatSchG zu vermeiden. Die ÖBB erfolgte in enger Abstimmung mit dem Bauherrn, der Unteren Naturschutzbehörde des Bezirks Treptow‑Köpenick sowie der zuständigen Senatsverwaltung. 

Neben der ökologischen Freigabe von Baufeldern wurden notwendige Maß-nahmen konzipiert, fachlich begleitet, überprüft und dokumentiert.

 

Grundlage der Ökologischen Baube-gleitung bildeten der artenschutz-rechtliche Fachbeitrag sowie das vorläufige Ersatzquartierkonzept von IPROconsult, die durch die zuständi-gen Behörden genehmigt wurden.

 

Begehungen

Zur Kontrolle der Bauarbeiten wurden regelmäßig Baustellenbegehungen durchgeführt, die zeitlich mit dem Bauablauf abgestimmt waren. Ergän-zend fanden bei Bedarf kurzfristige Vor‑Ort‑Termine statt, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Die Begehungen erfolgten während des laufenden Baustellenbetriebs und umfassten die visuelle Kontrolle der Baustelleneinrichtung, der Freianla-gen sowie der Schutzmaßnahmen. 

Festgestellte Abweichungen wurden direkt mit den bauausführenden Fir-men besprochen und in Protokollen inklusive Fotodokumentation festge-halten und an alle relevanten Projekt-beteiligten weitergeleitet.

 

Maßnahmenumsetzung Fledermaus-

quartiere

Im Zuge des geplanten Abrisses mehrerer Gebäude wurden diese so-wie betroffene Gehölze auf das Vor-kommen oder das Potenzial von Fledermausquartieren untersucht. Zur Vermeidung einer Neubesiedlung er-folgten Fugenverschlüsse an geeigne-ten Gebäudestrukturen. Ergänzend wurden Ein‑ und Ausflugkontrollen sowie akustische Erfassungen durch-geführt. Dabei konnte eine hohe Fledermausaktivität im Umfeld der betroffenen Gebäude festgestellt wer-den, auch wenn direkte Ein‑ und Ausflüge nicht nachgewiesen wurden. Aufgrund der baulichen Strukturen, insbesondere der Wellblechfassaden, konnte eine Quartiernutzung jedoch nicht ausgeschlossen werden, wes-halb ein vorsorglicher Kompensa-tionsbedarf abgeleitet wurde.


Erschließung weiterer Gewerbeflächen im Innovationspark WuhlheideÖkologische Baubegleitung

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Maßnahmen Ersatzquartiere

Fledermäuse

Aus den Ergebnissen der arten-schutzrechtlichen Prüfungen ergab sich ein Kompensationsbedarf von insgesamt 28 Ersatzquartieren für gebäude‑ und baumbewohnende Fledermausarten. Da geeignete Mon-tagemöglichkeiten an Bestandsge-bäuden nur eingeschränkt zur Ver-fügung standen, wurde in Abstim-mung mit den zuständigen Behörden eine Alternativlösung entwickelt. Diese umfasste die Errichtung von Fledermaustürmen in Kombination mit Winterersatzquartieren. Die Maßnah-men wurden standortgerecht umge-setzt und berücksichtigen unter-schiedliche Anforderungen an Som-mer‑, Winter‑ und Zwischenquartiere. Zur zusätzlichen Habitatverbesserung wurden im Umfeld der Fledermaus-türme strukturreiche Strauchpflan-zungen vorgenommen.

Maßnahmenumsetzung Ersatzkästen

Avifauna

Parallel zu den Untersuchungen der Fledermäuse wurden Gebäude und Gehölze auf Brutstätten von Vögeln kontrolliert. Die Kartierungen ergaben ein Kompensationserfordernis für mehrere Vogelarten, darunter Haus-sperling, Haus‑ und Gartenrot-schwanz sowie Turmfalke. In Abstim-mung mit der Unteren Naturschutz-behörde wurde ein Kompensations-umfang von insgesamt 13 Ersatznist-kästen festgelegt. Die Nisthilfen wur-den fachgerecht angebracht, wobei insbesondere für den Turmfalken ein störungsarmer Standort mit freiem Anflug und Schutz vor Nesträubern gewählt wurde.

 

Gehölzschutzmaßnahmen

Während der gesamten Bauphase wurden die Maßnahmen zum Schutz des erhaltenswerten Gehölzbestands 

regelmäßig kontrolliert. Dazu gehör-ten unter anderem die Überprüfung von Schutzabgrenzungen und die Ein-haltung der festgelegten Wurzel‑ und Kronenschutzbereiche. Bei festge-stellten Defiziten erfolgten unmittel-bare Unterweisungen der Bauaus-führenden sowie eine schriftliche Do-kumentation zur Nachverfolgung.

 

Kompensationspflanzungen

Zur Kompensation der im Rahmen des Vorhabens erforderlichen Rodungen wurden im Umfeld des Innovations-parks Ersatzpflanzungen vorgenom-men. Ein Großteil der Neupflanzungen entwickelte sich erfolgreich. Bei einzelnen Bäumen zeigte sich jedoch ein unzureichender Anwuchserfolg, sodass hierfür Nachpflanzungen in Abstimmung mit der zuständigen Be-hörde vorgesehen wurden, um die Kompensationsverpflichtungen voll-ständig zu erfüllen.

Lage der Ersatznistkästen
Nistkasten an der Kiefer
Nisthilfe für den Haussperling
Nisthilfe für den Turmfalken
Fledermausturm Typ 1
Ersatzquartiere Fledermäuse