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Wehr Gröben, Umwelt- und Naturschutzfachliche BegleitplanungUmbau

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Im Rahmen des Umbaus des Wehres Gröben in der Nuthe begleitete die IPROconsult GmbH das Vorhaben umfassend aus umwelt- und natur-schutzfachlicher Sicht. Ziel war es, die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers wiederherzustellen und gleichzeitig die Anforderungen des europäischen und nationalen Natur- und Artenschutzes fachgerecht um-zusetzen.

 

Beschreibung des Vorhabens

Das Wehr Gröben (Baujahr 1982) be-fand sich in einem baulich schlechten Zustand und entsprach weder den anerkannten Regeln der Technik noch den ökologischen Anforderungen an die Gewässerdurchgängigkeit. Vorge-sehen war ein vollständiger Ersatz-neubau des Wehres einschließlich einer funktionsfähigen Fischauf-stiegsanlage in Form eines Rauge-rinne‑Beckenpasses. Das Vorhaben liegt innerhalb des Natura‑2000‑ Gebietes „Nuthe‑Nieplitz‑Niederung“ (FFH- und SPA‑Gebiet) und stellt einen naturschutzrechtlichen Eingriff gemäß § 14 BNatSchG dar. Ent-sprechend war eine umfassende naturschutzfachliche Prüfung und Begleitplanung erforderlich.

Kartierungsleistungen (2023–2024)

Im Untersuchungsgebiet wurden um-fangreiche faunistische und floristi-sche Kartierungen durchgeführt:

 

Biotope (April–September)

Erfassung und Bewertung der Biotop-typen im Eingriffs- und Umfeldbereich gemäß der Biotoptypenkartierung Brandenburg, darunter gesetzlich ge-schützte, gefährdete und schwer re-generierbare Biotope. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für die Ein-griffs- und Kompensationsbilanzie-rung.

 

Fische (September–Oktober)

Elektrobefischung mit Unterstützung von Dipl.-Biologe Frank Fredrich zum Nachweis von insgesamt 14 Fischar-ten, darunter die FFH‑Anhang‑II‑Ar-ten Rapfen (Aspius aspius), Bitterling (Rhodeus amarus) und Schlammpeit-zger (Misgurnus fossilis). Rundmäuler wurden nicht festgestellt.

 

Biber und Fischotter (Oktober–März)

Nachweis der Nutzung des Unter-suchungsgebietes als Ausbreitungs-lebensraum von Biber (Castor fiber) und Fischotter (Lutra lutra). Fortpflan-zungs- oder Ruhestätten dieser 

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Auftraggeber
Gewässerverband Spree-Neiße
Leistungen

Landschaftspflegerischer
Begleitplan (inkl. Maßnahmeblät-ter, Maßnahmen- und Konflikt-plan sowie Bestandslageplan),
UVP-Vorprüfung,
Natura 2000,
Artenschutzfachlicher Beitrag,
FFH-Vorverträglichkeitsprüfung,
SPA-Verträglichkeitsvorprüfung,
Umweltverträglichkeitsvorstudie,
Faunistische und floristische Kartierung,
Separate Einschätzung von Planungsvarianten,
Abstimmung mit der technischen Planung,
Unterstützung bei Anträgen und Befreiungen,
Vorbereitung und Konzeption der ökologischen Baubegleitung

Projektbearbeitung

Vicky Lange
Luise Lehmann
Birgit Noack
Christoph Schmidt
Michael Schulze
Jana Utikal
Melanie Zerbs

Planungszeitraum

04.2023 - 12.2025

Situation am Wehr vor dem Eingriff

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streng geschützten FFH‑Anhang‑IV‑ Arten wurden nicht festgestellt.

 

Brutvögel (März–Juli)

Nachweis von 43 Vogelarten, darun-ter wertgebende und gefährdete Brutvogelarten wie Braunkehlchen, Feldlerche, Grauammer und Neun-töter sowie ufergebundene Arten wie Stockente, Bachstelze und Gebirgs-stelze. Die Kartierungen erfolgten teil-weise mit Unterstützung von Tobias Raschke.

 

Fledermäuse (April–September)

Potenzialanalyse von drei höhlenrei-chen Bäumen als mögliche Zwi-schen‑, Tages‑ oder Wochenstuben-quartiere sowie Bewertung des Ge-bietes als intensives Jagdhabitat mehrerer Fledermausarten. Konkrete Quartiernachweise wurden nicht er-bracht.

 

Amphibien (März–Juli)

Nachweis des Wasserfrosch‑Kom-plexes (Pelophylax spec.) entlang der Nuthe sowie eines Einzelnachweises einer Braunfrosch‑Art im Uferbereich. Dominant war der Teichfrosch (Pelo-phylax esculentus); Reusenfänge blieben ohne Nachweise.

 

Reptilien (April–September)

Nachweis von Zauneidechse (Lacerta agilis), Ringelnatter (Natrix natrix) und

Blindschleiche (Anguis fragilis) in den Uferböschungen, im Feuchtgrünland und entlang von Wegen. Baumstub-ben wurden als potenzielle Eiablage-plätze der gefährdeten Ringelnatter identifiziert.

 

Libellen (April–September)

Erfassung von zehn Libellenarten, da-runter die Fließgewässerarten Gemei-ne Keiljungfer (Gomphus vulgatissi-mus), Gebänderte Prachtlibelle (Ca-lopteryx splendens) und Blaue Feder-libelle (Platycnemis pennipes). Die reduzierte Artenzahl weist auf ein ökologisches Entwicklungspotenzial des Gewässers hin.

 

Tagfalter (April–September)

Nachweis von 17 Tagfalterarten, da-runter die stark gefährdeten Arten Kleines Ochsenauge (Hyponephele ly-caon) und Violetter Feuerfalter (Lyca-ena alciphron) sowie weitere wertge- bende Feuerfalterarten wie Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas) und Brauner Feuerfalter (Lycaena tytirus).

 

Xylobionte Käfer

Untersuchung potenzieller Quartier-bäume mittels Baumkontrolle und En-doskopie. Es ergaben sich keine Hin-weise auf ein Vorkommen xylobionter Käferarten oder eine besondere Quartiereignung.

Großmuscheln (April–September)

Nachweis von Malermuschel (Unio pictorum), Großer Flussmuschel (Unio tumidus) und Gemeiner Teichmuschel (Anodonta anatina) in der Nuthe. Die stark gefährdete Große Flussmuschel wurde in der Eingriffs- und Maß-nahmenplanung besonders berück-sichtigt. 

 

Ergebnis und Bewertung

Das Untersuchungsgebiet weist eine mittlere bis hohe Bedeutung für die biologische Vielfalt auf. 

 

Auf Grundlage der ermittelten Eingrif-fe wurde ein Kompensationsbedarf von ca. 4.708 m²  ermittelt. Die Pla-nung enthält konkrete Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Kompensation der Eingriffe sowie Em-pfehlungen zur ökologischen Baube-gleitung und zur landschaftspfleger-ischen Ausführungsplanung.

Malermuschel (Unio pictorum)
Männliche Zauneidechse (Lacerta agilis)
Gebänderter Prachtlibelle (Calopteryx splendens)