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Zentralisierung der vorhandenen Standorte der Kreisverwaltung Hansestadt StralsundSanierung und Erweiterung 

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Das Bearbeitungsgrundstück liegt an der Peripherie der dicht bebauten Tribseer Vorstadt. Die klare symme-trische städtebauliche Struktur ist Zeugnis der ursprünglichen Nutzung als Kasernenanlage. Das direkt am vielbefahrenen Carl-Heydemann-Ring befindliche Gebäude wird bereits als Landratsamt genutzt. 

Die beiden südlichen Bestandsge-bäude waren nach dem 2. Weltkrieg von Kasernen zu Wohngebäuden um-gebaut worden. Ausstattungsgrad und Wohnungszuschnitt hätten je-doch einen sehr hohen Sanierungs-aufwand erfordert. Auf dem Flurstück sollen die aktuell in der Hansestadt Stralsund befindlichen Standorte der Kreisverwaltung zentralisiert werden. Dazu werden die beiden südlichen Bestandsgebäude zu modernen Ver-waltungsgebäuden umgebaut.

Wesentlicher Baustein des Entwurfs ist das Multifunktionsgebäude mit Verwaltung und Kreistag, Integration des bestehenden Bürgerservice im Süden und einer weiteren nördliche Verbindung in Form einer Pergola zum bestehenden Landratsamtsge-bäude um einen Innenhof gruppiert.

 

Baukörper Bestand

Die beiden ehemaligen Kasernenbau-ten, die in Zeiten großer Wohnungs-not nach dem 2. Weltkrieg zu Mehrfa-milienwohnblöcken umgebaut und mit gebäudeuntypischen Mansarden-aufstockung versehen wurden, sind sanierungsbedürftig, jedoch aufgrund der durchgängigen Nutzung in einem relativ guten Zustand. 


Die solide, massive Bausubstanz und die extrem langlebigen, hochwertigen Ziegelmauerwerkfassaden bieten op-timale Voraussetzungen für die Sanie-rung und den Umbau. Die verwal-tungsbauaffine Grundstruktur der drei Hauptgeschosse (jeweils EG, 1. und 2. OG) mit ihrer zellenartigen Raumgliederung, die Dimension und Lage der Treppenhäuser und die großzügige Mittelflurerschließung der ehemaligen Kasernenstruktur eignen sich hervorragend für die geplante Umnutzung. Durch punktuelle Eingrif-fe in die stringenten Grundrisse ge-lingen attraktive, zeitgemäße, flexible und lichtdurchflutete Grundrisse für eine moderne, bürgernahe Verwal-tung. 

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Auftraggeber
Landkreis Vorpommern-Rügen
Leistungen

Architektur
Tragwerksplanung
Technische Ausrüstung
Verkehrsanlagen
Ingenieurbauwerke
Freianlagenplanung
Brandschutz
Wärmeschutz
Bau- und Raumakustik
Energie- und Förder- 
mittelberatung
LP 1 - 9
LP 1 - 9
LP 1 - 9
LP 1 - 9
LP 1 - 9
LP 1 - 9
 



 

Architektur

Sabine Schlicke
Holger Baalhorn
Sebastian Richter
Shifu Liu
Tragwerksplanung
Hannes Reinhold
Padideh Sarafraz
Technische Ausrüstung
Roland Klotsche
Claudio Zwahr
Gregor Menzel
Verkehrsanlagen
René Schröder


Zentralisierung der vorhandenen Standorte der Kreisverwaltung Hansestadt StralsundSanierung und Erweiterung

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Großzügige, verglaste Akzentuie-rungen brechen die strenge Lochfas-sadenstruktur auf, sorgen für eine optimale Belichtung und wirken „adressbildend“ in die Umgebung zum Carl-Heydemann-Ring sowie zur neuen Mitte des „Grünen Bandes“ und vereinfachen die Orientierung auf dem Gelände.

Keller werden instandgesetzt, jedoch im Rahmen dieser Planung nicht Teil des Raumkonzeptes. Die Dachge-schosse werden zur Verwaltungsnut-zung ausgebaut.

 

Raumkonzept Bestandsgebäude

Die Grundstruktur der Gebäude 1 und 2 mit einem zentralen Mittelgang und zwei großzügigen, abtrennbaren Treppenhäusern eignet sich grund-sätzlich für den klassischen Verwal-tungsbau mit einzelnen Zellenbüros. Durch das Öffnen und Versetzen einer Mittelwand innerhalb der drei Ver-waltungsgeschosse entsteht eine at-traktive, vielseitig nutzbare Kommu-nikationszone im Gebäudekern. Die dadurch teilweise verkleinerten Ein-zel- und Doppelbüros entsprechen

 

flächenoptimierten Einheiten, wie sie im Neubau üblich sind. Großzügige, transluzente, schallgedämmte Vergla-sungen ermöglichen eine angenehme Tageslichtzufuhr "ohne direkten Durchblick" über die Büros in die offene Kommunikationszone mit Pau-senbereich, Teeküche, Beratungs- und Wartezonen für Bürgerinnen und Bürger. Größere Besprechungsräume werden nach außen durch großforma-tige, vorgesetzte „Screens“ betont. 

 

Raumkonzept Neubau

Während die Bestandsgebäude der ehemaligen Kaserne das Areal als massive Mantelbebauung umschlie-ßen, war die „Mitte“ bisher durch eine grüne Wiese und die umzäunten Park-platzflächen des Landkreises unter-nutzt.
Die Neuplanung fokussiert sich auf die Belebung dieser Mitte durch eine Aufwertung des Außenbereiches als „Grünes Band“ und ein neues, weit-gehend transparent wirkendes Multi-funktionsgebäude. 
Das Neubauensemble gliedert sich in ein zweigeschossiges Multifunktions-

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Ingenieurbauwerke

Arvid Koszinski
Freianlagen
Silke Peuker
Brandschutz
Christian Glöss
Wärmeschutz
Elena Gries
Energie- und Fördermittelberatung
Susanne Weidelt

Planungszeitraum

08.2023 - 09.2025
Fertigstellung
02.2027

Baukosten netto

KG 200 - 600            29,8 Mio. EUR 

Bruttogeschossfläche

Haus 1                                    4.897 m²
Haus 2                                   5.093 m²
Multifunktionsgebäude    2.410 m² 

Nutzfläche

Haus 1                                    2.540 m²
Haus 2                                   2.642 m²
Multifunktionsgebäude    1.266 m² 


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gebäude mit Verwaltungs-, Kreistags-, Kantinenfunktionen sowie repräsen-tativen Büros für den Landratsstab, ein eingeschossiges Eingangsgebäu-de als Bürgerfoyer, das als Verteiler-gebäude an die Bürger-information andockt und die Verbindung zum bestehenden Landratsamt herstellt. 
Ein Laubengang schafft eine zweite, interne Verbindung zwischen Multi-funktionsgebäude und Landratsamt, bietet Wetterschutz und umschließt den „privaten“ Mitarbeiter-Patio.

Bürgerinnen und Bürger erschließen den Verwaltungsstandort über den neuen Haupteingang auf der Südseite des gläsernen Bürgerfoyers, von einem großzügigen Vorplatz, der „Shared-space-Zone“ aus.

Das Bürgerfoyer leitet in die Erdge-schoßzone des Multifunktionsgebäu-des über. Hier (und im darüber liegenden Obergeschoßbereich) sind Verwaltungsfunktionen um eine groß-zügige Erschließungs- und Kommuni- 

 

kationszone gruppiert.  Richtung Nor-den schließen sich ein kombinierter Bereich aus Kantine, Foyer und Kreis-tagssaal an. Dieser Bereich ist viel-seitig nutzbar und kann je nach Bedarf geteilt werden. Der Kreistags-saal ist zweigeschossig.

 

Energetisches Konzept

Um die Bestandsgebäude energetisch auf das heutige Niveau zu bringen und die Wärmeverluste im Winter sowie Wärmegewinne im Sommer zu ver-meiden, werden nachfolgende kons-truktive Maßnahmen umgesetzt:
mineralische Innendämmung, Däm-men auf der Kellerdecke, Dämmen der obersten Geschoßdecke, Erneuerung der Fenster, Mindestdämmung des Ursprungsdaches

Zur Beheizung und Kühlung des Ge-bäudes sind gebäudezentrale Wärme-pumpen angedacht. Zur Optimierung der Jahresarbeitszahlen sollen die Ge-bäude vollflächig mit Fußbodenhei-

 

zung und geringen Vorlauftempera-turen realisiert werden. Die wenig benötigte Warmwasserbereitung er-folgt über dezentrale elektrische Durchlauferhitzer. 

Teilbereiche des Gebäudes z. B. die Mittelzonen im Flur werden mit Lüftungsanlagen mit Wärmeluftrück-gewinnung ausgestattet. Der mittlerer Flachdachteil erhält eine Gefälledäm-mung und großflächig eine flach aufgestellte Photovoltaikanlage die nicht bzw. kaum einsehbar sein wird. 

 

Zur Verschattung des Gebäudes dient das markante weit auskragende Dach und die vorgestellte Holzlamellen-fassade. Die Wandaufbauten, das Dach und die Fenster werden ent-sprechend den Anforderungen an ein EG 40 plus ausgeführt. 

Das Flachdach erhält eine extensive Begrünung.